Vollbeschäftigung und Pflegenotstand: Versorgung Pflegebedürftiger gefährdet
bpa: Pflegediensten und Heimen fehlen die Fachkräfte, deshalb stehen Betten leer und Pflegeanfragen müssen abgelehnt werden

Berlin (ots) - Die Bundesagentur f|r Arbeit (BA) weist darauf hin, dass besonders die Pflegebranche unter einem Fachkrdftemangel leidet. Eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung |ber die Folgen der Globalisierung f|r den deutschen Arbeitsmarkt bestdtigt das. Dort hei_t es: "Zu den Berufen, die in den vergangenen Jahren (...) quantitativ besonders zugenommen haben und weiterhin gute Zukunftsaussichten haben, zdhlen zum Beispiel Gesundheitsberufe wie Altenpfleger, Krankenschwester und Sprechstundenhilfe oder sozialpflegerische Berufe wie Heimleiter." "Die deutsche Wirtschaft startet durch und dem Jobmotor Pflege fehlen bereits jetzt die Fachkrdfte", so der Kommentar von Bernd Meurer, Prdsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa). "Der Arbeitsmarkt f|r Pflegefachkrdfte ist bereits heute wie leergefegt. Wir haben hier Vollbeschdftigung."

Nach Angaben der BA weist die Statistik (Stand: April 2010) f|r examinierte Altenpfleger/innen mit dreijdhriger Ausbildung 4.166 Arbeitslose aus. Dieser Zahl stehen 8.617 gemeldete Stellen gegen|ber. Dies zeigt: Die Nachfrage nach Pflegefachkrdften ist eindeutig hvher als das Angebot.

Als grv_ter Verband von Pflegediensten und Pflegeheimen in Deutschland vertritt der bpa mit seinen |ber 6.500 Mitgliedern mehr als jede vierte Pflegeeinrichtung in Deutschland. Der bpa-Prdsident schldgt Alarm: er weist darauf hin, dass es bereits diverse Heime in vielen Bundesldndern gibt, die ganze Stationen schlie_en m|ssen, um mit den verbleibenden Fachkrdften das gesetzlich geforderte Verhdltnis von Bewohnern zu Fachkrdften noch erf|llen zu kvnnen. Ambulante Dienste m|ssen aufgrund fehlenden Personals die Versorgung ablehnen. "Es herrscht Pflegenotstand. Die Sicherstellung der Versorgung von pflegebed|rftigen Menschen ist in Gefahr. Den Einrichtungen fehlen die Mitarbeiter", sagt Meurer. "Deshalb fordert die Branche einen Pflegegipfel. Zentrales Problem ist der Fachkrdftemangel."

Um dem Fachkrdftemangel in der Pflege zu begegnen, m|ssten alle Mvglichkeiten genutzt werden. "Die Politik ist gefordert, unverz|glich f|r bessere Rahmenbedingungen zu sorgen. Wir brauchen mehr Auszubildende, die Ldnder m|ssen die Finanzierung der Schulpldtze sicherstellen, wir brauchen eine angemessene Entlohnung und Refinanzierung der Auszubildenden. Wir brauchen deutlich mehr Umschulung, anstatt der konkreten erheblichen K|rzungen, wie etwa der Streichung des dritten Ausbildungsjahres. Berufsbegleitende Qualifizierungsma_nahmen zu Fachkrdften sind ebenso erforderlich wie die Anpassungsqualifizierung arbeitsuchender pflegenaher Berufsgruppen durch die Bundesanstalt f|r Arbeit. Aber auch ausldndische Fachkrdfte werden gebraucht, hierzu benvtigen wir eine Greencard f|r Menschen aus Ldndern au_erhalb Europas. Im Ausland erworbene Berufsabschl|sse und Berufserfahrung muss unb|rokratisch anerkannt werden und die Definition von Fachkraft muss angepasst werden", so Meurer abschlie_end.

F|r R|ckfragen:

Herbert Mauel, Bernd Tews, 030 / 30 87 88 60.