Burn-out-Gefahr Krankmachender Stress - das sind Alarmzeichen

Ein Burn-out kommt nie pl??tzlich, es k??ndigt sich ??ber Monate oder sogar Jahre an. Wer die Anzeichen f??r ??berlastung erkennt und gegensteuert, kann Schlimmeres verhindern.

Stress (Symbolbild)
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Stress (Symbolbild)


Stress kennt jeder. Doch wann wird er ungesund? Das zu erkennen, gelingt nur selten.

Eigentlich hat Stress die Aufgabe, K??rper und Geist f??r besondere Herausforderungen zu r??sten. Daf??r versetzt er alles in einen Ausnahmezustand: "Es werden k??rperliche und seelische Reserven mobilisiert", erkl??rt Christa Roth-Sackenheim, Vorsitzende des Berufsverbands Deutscher Psychiater.

Die Konzentration, der Blutdruck und Blutzuckerspiegel steigen. Gleichzeitig werden vermehrt Stresshormone ausgesch??ttet. Normalerweise kehrt der K??rper wieder zur normalen Funktionsweise zur??ck, wenn die Anforderung vorbei ist. Passiert das nicht, macht Stress auf Dauer krank.

"Dann wird dieses Alarmsystem andauernd ausgel??st, und man kommt in eine Art ??bererregung", sagt Roth-Sackenheim, Fach??rztin f??r Neurologie und Psychiatrie. Zu den Folgen z??hlen dauerhaft erh??hter Blutdruck, Diabetes, Kopfschmerzen, Fettstoffwechsel-, Schlaf- und Verdauungsst??rungen.

Erste Warnsignale erkennen

Damit es nicht so weit kommt, ist es wichtig, erste Warnsignale zu erkennen. "Bei vielen Menschen kommt das Gef??hl auf, nur noch zu funktionieren", sagt Sabine Keiner, Life- und Burn-out-Coach aus K??ln. Auch die Stimmung spiegelt das Stresslevel wider: "Man ist gereizt, gr??belt nachts, ist antriebslos, kann nicht mehr abschalten, vernachl??ssigt Freunde und Familie."

Wer diese Anzeichen ernst nimmt, sch??tzt seinen K??rper. "Burn-out beziehungsweise die Stufe der ??berforderung vor dem eigentlichen Burn-out kommt nie pl??tzlich, sondern k??ndigt sich immer ??ber viele Symptome und meist ??ber Jahre an", sagt Keiner. "Allerdings sind die meisten von uns Meister darin, dies ??ber eine lange Zeit zu verdr??ngen."

Was negativen Stress ausl??st, unterscheidet sich von Person zu Person. "Um herauszufinden, was einen wie stark belastet, ist es zun??chst gut, das eigene Stressgef??hl zu beschreiben", sagt Laura Letschert, Coach aus H??hr-Grenzhausen. "Wie f??hlt es sich im K??rper an, wenn ich in Stress gerate?"

Im Anschluss r??t Letschert dazu, ein bis zwei Wochen lang das Stressgef??hl in verschiedenen Situationen bewusst wahrzunehmen, auf einer Skala von 1 bis 10 einzuordnen und in einem Stresstagebuch festzuhalten. "Wenn ich wei??, wie sich Stress f??r mich anf??hlt und wie stark diese Empfindung wann auftritt, kann ich davon die f??r mich gr????ten Stressoren ableiten."

Letschert r??t anschlie??end dazu, die Stressausl??ser in drei Arten einzuteilen: "Einige kann ich selbst zu 100 Prozent beeinflussen, andere kann ich bedingt beeinflussen, der dritte Bereich l??sst sich gar nicht von mir beeinflussen." Das erm??glicht es, als erstes bei den Punkten ansetzen, die man selbst in der Hand hat.

Bewegung baut Stresshormone ab

"Wer hier gut f??r sich sorgt, ??ndert das Gewicht der Stressoren in den anderen Bereichen", sagt Laura Letschert. Bei Dingen, die unver??nderbar sind, sollte man versuchen, etwas loszulassen. "Auch das nimmt wieder etwas Stress", sagt die Expertin. "Wenn ich wei??, dass ich manche Umst??nde nicht ver??ndern kann - aber vielleicht meinen eigenen Umgang damit."

Abgesehen davon gibt es viele M??glichkeiten, Stressgef??hle im Alltag abzubauen: "Wichtig ist, sich regelm????ig Zeit f??r Bewegung zu nehmen", sagt Burn-out-Coach Sabine Keiner. "Da reicht schon ein strammer Spaziergang jeden Tag." Allein durch die Bewegung baut der K??rper Stresshormone ab. Auch Entspannungstechniken wie Meditation, Tai-Chi oder Progressive Muskelentspannung k??nnen helfen.

"Ein weiterer wichtiger Faktor ist, sich Zeit f??r sich und die eigenen Bed??rfnisse zu nehmen", sagt Keiner. Man sollte herausfinden, was einem Spa?? macht und Energie gibt. "Generell ist es gut, sich einmal das eigene Energiemanagement anzusehen", r??t die Expertin. "Denn die meisten von uns gehen viel zu gro??z??gig mit ihrer Energie um - achten aber nicht gen??gend darauf, dass jede Batterie auch mal wieder aufgeladen werden muss."

Positiven Stress gibt es nach Ansicht der Expertin nicht. Stattdessen spricht sie vom Flow-Gef??hl: "Ich befinde mich in einer Situation, die mich ausreichend fordert, aber nicht ??berfordert. Ich kann die Herausforderung gut meistern, vergesse dabei die Zeit, habe Spa??, und es flie??t." Manche Menschen sagen auch von sich selbst, dass sie gewissen Druck brauchen, um Aufgaben zu erledigen - hier kann Stress also in gewissem Ma??e f??rderlich sein. "Doch auch in diesen F??llen darf der Druck nicht zu stark und zu lange sein, da er sich sonst k??rperlich auswirkt."

irb/von Julia Felicitas Allmann, dpa



insgesamt 24 Beitr??ge
Alle Kommentare ??ffnen
Seite 1
krautrockfreak 14.03.2019
1. Internet, E-Mail und Handy haben die Wertsch??pfung verzigfacht - auf
Kosten der Menschen, die davon (fast) nichts haben, au??er immer mehr Stress - geht mir auch so. Die Wirtschaft reibt sich die H??nde, die Gewinne explodieren seit dem. Was waren das fr??her doch f??r tolle Zeiten, man hat einen Brief geschickt und dann hat man mehrere Tage auf Antwort gewartet. Und heute? Nach 2 Minuten hat man die Antwort auf seine Anfrage und muss schon weiter machen mit dem Thema. Keine gute Entwicklung und die Frage ist wieder: Wo endet das?
01099 14.03.2019
2.
Wenn mich etwas so stresst, dass ich die beschriebenen Symptome entwickle, dann w??rde ich, anstatt allerlei Ma??nahmen dagegen zu ergreifen, einfach einmal dar??ber nachdenken, ob es eventuell die ausl??sende Situation oder Umgebung ist, der ich den R??cken kehren sollte. Das kann eine dysfunktionale Beziehung oder der falsche Job sein. Da halte ich es f??r einen grundfalschen Ansatz, mit z.B. Bewegung die Symptome zu verdr??ngen. Zudem w??rde ich beim Thema "Burnout" (eigentlich nichts anderes als eine Depression) mal ??ber den zu hohen Anspruch an mich selbst und woher der kommt nachdenken. Was kompensiere ich durch Leistung? Warum kann ich mich nicht genug abgrenzen? Warum verlasse ich Lebensumst??nde oder Menschen nicht, die mich krank machen? Da f??ngt Selbstf??rsorge an, wie ich auch erst lernen musste.
01099 14.03.2019
3.
Zitat von krautrockfreakKosten der Menschen, die davon (fast) nichts haben, au??er immer mehr Stress - geht mir auch so. Die Wirtschaft reibt sich die H??nde, die Gewinne explodieren seit dem. Was waren das fr??her doch f??r tolle Zeiten, man hat einen Brief geschickt und dann hat man mehrere Tage auf Antwort gewartet. Und heute? Nach 2 Minuten hat man die Antwort auf seine Anfrage und muss schon weiter machen mit dem Thema. Keine gute Entwicklung und die Frage ist wieder: Wo endet das?
Es zwingt Sie keiner, diesen Weg zu gehen!? Die digitale Welt hat einen riesen Vorteil - man kann sie einfach abschalten.
mintyapple 14.03.2019
4.
Zitat von 01099Wenn mich etwas so stresst, dass ich die beschriebenen Symptome entwickle, dann w??rde ich, anstatt allerlei Ma??nahmen dagegen zu ergreifen, einfach einmal dar??ber nachdenken, ob es eventuell die ausl??sende Situation oder Umgebung ist, der ich den R??cken kehren sollte. Das kann eine dysfunktionale Beziehung oder der falsche Job sein. Da halte ich es f??r einen grundfalschen Ansatz, mit z.B. Bewegung die Symptome zu verdr??ngen. Zudem w??rde ich beim Thema "Burnout" (eigentlich nichts anderes als eine Depression) mal ??ber den zu hohen Anspruch an mich selbst und woher der kommt nachdenken. Was kompensiere ich durch Leistung? Warum kann ich mich nicht genug abgrenzen? Warum verlasse ich Lebensumst??nde oder Menschen nicht, die mich krank machen? Da f??ngt Selbstf??rsorge an, wie ich auch erst lernen musste.
Dito. Das Problem ist, dass wir nicht so erzogen werden, dass wir diese Dinge hinterfragen. Da gelten eher Grunds??tze wie "Schmei?? nicht immer gleich die Flinte ins Korn" oder "Wer A sagt, muss auch B sagen" und ??hnlicher Mist, der bewirkt, dass wir zu lange in unertr??glichen Situationen verharren. Wir sollen mit unseren Bed??rfnissen m??glichst nirgendwo anecken, das ist es doch, was alle von klein auf eingetrichtert bekommen. Das verinnerlichen einige von uns so sehr, dass wir die Bed??rfnisse irgendwann gar nicht mehr erkennen.
cindy2009 14.03.2019
5. Sehr dumme Aussage
"----Abgesehen davon gibt es viele M??glichkeiten, Stressgef??hle im Alltag abzubauen: "Wichtig ist, sich regelm????ig Zeit f??r Bewegung zu nehmen", sagt Burn-out-Coach Sabine Keiner. "Da reicht schon ein strammer Spaziergang jeden Tag." Allein durch die Bewegung baut der K??rper Stresshormone ab---" Dieser Quatsch wird immer wieder verbreitet. Durch loses Rumlaufen wird sich nichts ??ndern. Wann h??rt es auf dass das in einer Therapie als Weg beschrieben wird? 100e habe ich kennen gelernt, die das so praktizierten und nicht vom Problem los kamen. Es geht nicht um das Bewegen, sondern um ein bewusstes Sein durch den K??rper. Da kann man durchaus auch faul auf dem Sofa verweilen.
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