Freitag, 3. September 2010

Politik



  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
28.06.2008
 

Attentat auf israelische Sportler

Best|rzung |ber Thesen zum Olympia-Anschlag 1972

Von Udo Ludwig

Empvrung |ber krude Thesen zum Anschlag bei den Olympischen Spielen 1972 in M|nchen: Die von Paldstinensern umgebrachten israelischen Sportler seien freiwillig in den Tod gegangen, behauptet ein Gvttinger Professor. Israel fordert ein Eingreifen der deutschen Politik und der Universitdt.

Hamburg - Arnd Kr|ger, Direktor des sportwissenschaftlichen Institutes der Universitdt Gvttingen, hatte bei einer Tagung deutscher Historiker am vorvergangenen Freitag die These aufgestellt, dass die bei den Olympischen Spielen 1972 von Paldstinensern ermordeten israelischen Sportler von dem Anschlag gewusst hdtten und damit freiwillig in den Tod gegangen wdren, um Israel zu n|tzen.

Attentat am 5.9.1972: Ein Polizeibeamter im Trainingsanzug auf dem Olympia-Geldnde in M|nchen
Zur Großansicht
DPA

Attentat am 5.9.1972: Ein Polizeibeamter im Trainingsanzug auf dem Olympia-Geldnde in M|nchen

Kr|ger verband seine unbelegten Mdrtyrerthesen mit einem Hinweis auf das "unterschiedliche Kvrperverstdndnis" in Israel und anderen Industrienationen: Israel versuche etwa "Leben mit Behinderungen mit allen zur Verf|gung stehenden Mitteln zu verhindern". Zudem sei die Abtreibungsrate in Israel hvher als in anderen westlichen Ldndern.

Ilan Mor, stellvertretender Botschafter Israels in Berlin, fordert ein scharfes Vorgehen der deutschen Politik und der Universitdt Gvttingen gegen den Sportwissenschaftler. "Das ist eine der schlimmsten Formen der Dehumanisierung des Staates Israel", sagt Mor, "und eine Form des neu aufflackernden Antisemitismus in Deutschland, verpackt als Israelkritik".

Teilnehmer der Tagung waren |ber so viel "dummes Zeug" und "antij|dische Stereotype" entsetzt, dass sie vom Prdsidenten der Uni Gvttingen Konsequenzen f|r Kr|ger forderten.

Die Uni will aber abwarten, wie die Deutsche Vereinigung f|r Sportwissenschaft (DVS) reagiert. Deren Prdsident Bernd Strau_ hdlt Kr|gers Vortrag f|r einen "sehr ernsthaften Vorgang". Der DVS-Vorstand wird sich in der kommenden Woche mit dem Fall befassen.

Kr|ger bestdtigte seine Thesen in einer schriftlichen Stellungnahme gegen|ber der Universitdt. In dem Schreiben besteht er zudem darauf, kein Antisemit zu sein.

Am 4. September 1972 hatte ein paldstinensisches Guerilla-Kommando das Mdnnerhaus der israelischen Sportler im Olympischen Dorf |berfallen. Die Verhandlungen |ber die Freilassung in Israel gefangener Paldstinenser scheiterten. Die Geiselnahme endete als Massaker auf dem Flugplatz in F|rstenfeldbruck.

Zwei israelische Trainer und neun Sportler, ein deutscher Polizist und f|nf arabische Terroristen wurden beim Versuch der Polizei, die israelischen Geiseln gewaltsam zu befreien, getvtet. Die Sicherheitsvorkehrungen und das Krisenmanagement wurden spdter als "ausgesprochener Dilettantismus" bezeichnet.

Diesen Artikel...

Social Networks

  • Twitter
  • Facebook
  • studiVZ meinVZ sch|lerVZ
  • MySpace
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Folkd
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • Newsvine
  • reddit
  • StumbleUpon
  • Windows Live
  • Yahoo! Bookmarks
  • Yigg

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
alles aus der Rubrik Ausland

) SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfdltigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH










TOP



Service von SPIEGEL-ONLINE-Partnern

TOP