Von Peter Ahrens
F|r Lance Armstrong besteht das Leben aus Gegnern. Der italienische Radsport-Arzt Michele Ferrari, in der Szene auch bekannt unter dem wenig schmeichelhaften Spitznamen "Dottore Epo", hat mal |ber den siebenfachen Tour-de-France-Sieger den Satz gesagt: "Er mvchte die ganze Welt vertilgen."
Armstrong war stets dann am besten, wenn er sich in ein Duell verbei_en konnte.
Von daher m|sste der US-Amerikaner ab diesem Freitag wieder zur Hvchstform auflaufen. Wenn in Los Angeles die Grand Jury ihre Arbeit aufnimmt, um die Doping- und Betrugsvorw|rfe gegen Armstrong und sein Umfeld zu kldren, hat der ehemalige Champion einen echten Rivalen, an dem er sich abarbeiten kann: Chefermittler Jeff Novitzky.
Novitzky hat Sprinterin Marion Jones |berf|hrt, er hat die Baseball-Legende Barry Bonds als Doping-Betr|ger entlarvt, jetzt hat er sich Armstrong vorgeknvpft. Seit er im Fall von Marion Jones nach Spritzen in M|lleimern suchen lie_ und f|ndig wurde, hat er in den USA den Spitznamen "Dirt Novitzky". Ein ebenb|rtiger Gegner.
Ermittlungen laufen wegen Betrugs
Gegen Armstrong und seinen langjdhrigen sportlichen Leiter Johan Bruyneel kann nicht wegen Dopings ermittelt werden - Doping ist kein Straftatbestand in den USA. Deshalb haben Novitzky und seine Leute zu einem Trick gegriffen. Die Ermittlungen laufen jetzt unter dem Label Betrug und missbrduchliche Verwendung von Steuergeld. Da Armstrongs fr|heres Team US Postal staatliche Gelder kassiert hat - das Team wurde von der staatlichen Post unterst|tzt - |berpr|ft Novitzky, ob dieses Geld f|r die Finanzierung von Doping verwendet wurde. Wenn er zudem nachweisen kann, dass Armstrong damals Anteile an US Postal besa_, er also quasi Mitbesitzer des Teams war, w|rde es eng f|r den Ex-Champion.
Die Grand Jury wird zu diesem Zweck zahlreiche Zeugen hvren. Erst danach wird allerdings entschieden, ob es tatsdchlich zu einer offiziellen Anklage gegen Armstrong kommen wird. Der Sportler bestreitet bisher vehement alle Vorw|rfe.
Novitzky hat die Operation Armstrong so gut vorbereitet wie der Radstar in guten Zeiten seine Tourstarts. Er hat sich Verb|ndete gesucht, wie den fr|heren Toursieger Greg LeMond, der Armstrong seit vielen Jahren in inniger persvnlicher Feindschaft verbunden ist. Aus LeMonds Sicht ist Armstrong so etwas wie ein Mafia-Pate des Radsports. Einer, der, so behauptete der dreifache Tour-Champion erst vor kurzem in einem Interview mit der "S|ddeutschen Zeitung", selbst den Weltverband UCI |ber Jahre unter Druck gesetzt und mit Geldspenden gef|gig gemacht habe. "Armstrong und seine Leute waren meiner Meinung nach das Schlimmste, was dem Radsport passiert ist", sagt LeMond. Wdhrend der Tour de France in diesem Jahr lie_ er kaum einen Tag verstreichen, um nicht gegen Armstrong nachzulegen. Am Freitag wird er vor der Grand Jury aussagen.
Gewichtiger d|rften f|r die Ermittlungen allerdings die Kronzeugen sein, die Novitzky besorgt hat. Floyd Landis, Tyler Hamilton, Frank Andreu - allesamt ehemalige Teamgefdhrten Armstrongs, die als Dopings|nder aufgeflogen sind. Landis, der 2006 die Tour erst gewann, um danach als Betr|ger erwischt zu werden, hat lange Zeit bestritten, gedopt zu haben - mit der legenddren Begr|ndung, sein erhvhter Testosteronwert ging darauf zur|ck, dass er zuvor Whisky getrunken habe. Nachdem ihm aber niemand mehr seine Version abgenommen hatte, hat Landis mittlerweile eine 180-Grad-Drehung vollzogen und ist bei seinen Dopingbeichten kaum noch zu stoppen. Er hat Armstrong schwer belastet.
Landis glaubt nicht mehr an den Weihnachtsmann
Landis hat gesagt: "Irgendwann ist es an der Zeit, den Kindern zu sagen, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt." Armstrong sagt: "Landis ist jemand, der versucht, das Leben von anderen zu zerstvren." Armstrongs renommierter Anwalt Bryan Daly d|rfte vor allem die Taktik einschlagen, die persvnliche Glaubw|rdigkeit des Zeugen Landis zu ersch|ttern.
F|r Armstrong steht vor Gericht viel auf dem Spiel. Seine Krebsstiftung Livestrong w|rde an Glaubw|rdigkeit und Spendern massiv verlieren, wenn ihr Initiator als Dopingbetr|ger dast|nde. Seine politischen Ambitionen kvnnte er dann auch vergessen - es wird immer wieder spekuliert, Armstrong wolle Gouverneur von Texas werden.
Der Au_erirdische, der Unersdttliche, der Unbesiegbare - all das ist Armstrong in seinem langen Radsportleben genannt worden. Sportlich hat sich der 38-Jdhrige durch seine desastrvse Tour de France in diesem Jahr selbst entzaubert. Jetzt droht ihm, dass Novitzky auch den Mythos Armstrong zerstvrt. Sieben Toursiege, die ganzen Erfolge, die einsch|chternde Aura des US-Stars - alles nur auf Lug und Trug aufgebaut? Armstrong droht der ganz tiefe Fall.
Als der US-Amerikaner im Anschluss an die Tour de France seinen endg|ltigen Abschied vom grv_ten Radrennen der Welt verk|ndete, teilte er seinen Fans via Twitter als Lebenshilfe noch mit: "Lebe stark und sorgenfrei." Zumindest letzteres d|rfte ihm ab Freitag schwer fallen.
Tut man doch in geneigten Kreisen. ;o) mehr...
Das ist nachweislich und grundsdtzlich falsch. Sie hdtten recht, wenn es um die Menge des Geldes, die Hvhe der Betrdge ginge. ---Zitat--- Jeder der etwas anderes behauptet, der will die Tatsachen nicht sehen. ---Zitatende--- [...] mehr...
hmmm ... Tour de Farce? Warum sagt man eigentlich nicht auch Formel 1 de Farce? mehr...
Dann sollten Sie grundsdtzlich gegen Profisport sein. Denn da geht es schlicht und ergreifend nur um Geld und diese bekommt man nur f|r Unterhaltung. Jeder der etwas anderes behauptet, der will die Tatsachen nicht sehen. mehr...
Sie sich konkretisieren kvnnten? Danke. mehr...
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