Von Peter Ahrens
Stimmungstief, Negativtrend, Debakel, Pleiteserie - die deutsche Leichtathletik schien bei der Europameisterschaft in Barcelona buchstdblich nicht aus den Startblvcken zu kommen. Doch das dnderte sich innerhalb von f|nf Minuten am Donnerstagabend. Das Doppelgold durch Verena Sailer |ber 100 Meter und Linda Stahl im Speerwurf hat den Trend binnen k|rzester Zeit gedreht. Die neuen Vokabeln seitdem lauten: Frduleinwunder, Goldsensation, Spa_-EM.
Urplvtzlich ist die Depression im Lager des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) gewichen. Jetzt will auch Hochspringerin Ariane Friedrich Europameisterin werden, H|rdensprinterin Carolin Nytra und Hammerwerferin Betty Heidler sind auf einmal Goldanwdrterinnen Nummer eins. Diskuswerfer Robert Harting, der Weltmeister aus dem Vorjahr, ist es ohnehin. "Die beiden Siege waren schon extrem wichtig. Es gab in der vffentlichen Meinung bereits den Trend, dass man dem Erfolg hinterherlduft", sagt DLV-Prdsident Clemens Prokop.
Der Klimawandel ist dabei vor allem Verena Sailer zu verdanken, die sich nach ihrem Siegeslauf in 11,10 Sekunden jetzt offiziell die schnellste Frau Europas nennen darf. Zum letzten Mal durfte eine Deutsche dies vor 20 Jahren von sich behaupten. Kathrin Krabbe gewann damals in Split. Doch Sailer scheut den Vergleich. Aus gutem Grund: Krabbes Siegeslauf steht schlie_lich bis heute unter dem Makel des Dopingverdachts.
"Ich wollte immer nur gewinnen"
Als vor EM-Beginn im deutschen Lager mvgliche Favoriten auf Gold sortiert wurden, war Verena Sailer nicht dabei. Was die 24-Jdhrige gewurmt hat. "Ich habe mich nie als Au_enseiterin gef|hlt. Ich wollte immer nur gewinnen", sagte sie nach ihrem Triumph. Aber obwohl Sailer bereits bei der Heim-WM im Vorjahr |berzeugte und die Staffel damals zu Bronze f|hrte, obwohl sie in diesem Jahr konsequent Spitzenzeiten um die elf Sekunden gelaufen ist - Sprintern und Sprinterinnen traut man in Deutschland nur wenig zu. Dabei wei_ Prokop: "Ein 100-Meter-Titel hat einen besonderen Glanz. Ich denke, dass er einen Schub f|r den Sprint gibt."
Das dachte der DLV allerdings auch, als Melanie Paschke in den neunziger Jahren europdische Spitzenklasse war, als Sina Schielke vor einigen Jahren Anlass zu Hoffnungen gab. Der Kick danach blieb aus.
Solche Sorgen kennt der Speerwurf der Frauen wahrlich nicht. Beinahe selbstverstdndlich werden die Erfolge, die vor allem die Athletinnen aus der Leverkusener Medaillenschmiede von Trainer Helge Zvllkau einfahren, in der Vffentlichkeit wahrgenommen. So stand auch der EM-Erfolg von Linda Stahl im Schatten von Sailers Goldsprint. Dabei waren es vor allem die Werferinnen, die so manche DLV-Bilanz bei Gro_ereignissen vor dem Totalabsturz bewahrt haben. Weltmeisterin Steffi Nerius hat ihre Karriere zwar beendet. Doch mit Linda Stahl, Silbermedaillengewinnerin Christina Obergfvll und der viertplatzierten Katharina Molitor d|rfte auch in den kommenden Jahren Erfolg garantiert sein.
Harting ist der Hoffnungstrdger der Mdnner
Die deutschen Frauen haben den Mdnnern im DLV den Rang abgelaufen - das ist keine neue Erkenntnis, aber so deutlich wie in diesen Tagen von Barcelona war dieser Trend noch nie abzulesen. Hinter Harting tut sich bei den mdnnlichen Medaillenkandidaten eine gro_e L|cke auf - wdhrend die Frauen in der Sprintstaffel, im Hochsprung, im H|rdenlauf, mit dem Hammer und im Siebenkampf fest mit Edelmetall rechnen d|rfen.
F|r Sailer gab es denn auch wenig Spielraum zum ausgelassenen Jubel. Wer die Bayerin kennt, der wei_ auch um ihren Ehrgeiz. Und der ist in Barcelona trotz einer Goldmedaille noch lange nicht gestillt. Ein paar kurze Interviews - und dann wieder raus in die Wettkampfanspannung: "Wir wollen mit der Staffel noch viel erreichen. Und darauf muss ich mich jetzt konzentrieren." Verena Sailer hat noch viel vor.
Mit Material von dpa und sid
Das ist falsch, das ist Melanie Paschke \brigens: Wenn Sie glauben, da_ Annegret und Inge damals ohne Drops gelaufen sind, fehlen Ihnen wichtige Informationen ... mehr...
Mu_ man nicht, aber der Lauf von ihr der war schon klasse. Wenn es nicht so belastet wdre, kvnnte man sagen, Triumph des Willens auf den letzten 30 Metern. Die Beste 100 m Lduferin seit Annegret Richter. Respekt vor [...] mehr...
Sie meinen China, das Land, das 2008 dem internat. Dopingbeauftragten die Einreise verweigerte, das Land, in dem man auch wdhrend der Olymoischen Spiele Dopingmittel in jeder Apotheke kaufen konnte, und das au_erhalb der [...] mehr...
M|ssten die Damen sich der Leistungsdichte stellen wie sie beim Herrensport vorzufinden ist, dann sdhe deren Bilanz auch nicht mehr so ansehnlich aus. Vor allem in Ldnder die nicht zur westlichen Welt gehvren, fokusiert sich die [...] mehr...
Muss man denn jedes Erfvlgchen gleich zum "Wunder" aufblasen? mehr...
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