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26.03.2020 – 15:08

ZNS - Hannelore Kohl Stiftung

Ein Helm kann Leben retten
Auch in Corona-Zeiten sollten Radfahrer nicht leichtsinnig sein

Ein Helm kann Leben retten / Auch in Corona-Zeiten sollten Radfahrer nicht leichtsinnig sein
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Bonn (ots)

Es ist alles anders seit Corona. Die Stra??en sind leer, wer kann, bleibt zu Hause - und wer dennoch zur Arbeit muss, nimmt angesichts des Fr??hlingswetters lieber mal das Fahrrad als Bus und Bahn. Doch nur, weil der Verkehr in Krisenzeiten abnimmt, sollte man nicht leichtsinnig werden. Daher ruft die ZNS - Hannelore Kohl Stiftung, die sich um die Belange von Menschen mit Sch??del-Hirn-Traumata k??mmert, alle Radfahrer nachdr??cklich zum Tragen eines Helms auf, um das Risiko von schwerwiegenden Kopfverletzungen bei Unf??llen zu minimieren. Diese sind n??mlich nicht nur lebensgef??hrlich, sondern k??nnen auch massive Folgesch??den bis hin zu lebenslangen Beeintr??chtigungen hervorrufen.

Obwohl jedes Jahr allein in Deutschland mehr als 70.000 Radfahrer verungl??cken, ist der Anteil jener, die einen Helm tragen, noch immer erschreckend gering. "Es hat in den vergangenen Jahren durchaus Fortschritte gegeben, aber noch immer sind etwa vier von f??nf Radfahrern ungesch??tzt unterwegs", erkl??rt Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer (UDV). "Dieser Wert zieht sich durch fast alle Altersgruppen und trifft auch auf Senioren zu, obwohl diese bei St??rzen noch einmal zus??tzlich gef??hrdet sind." Brockmann warnt dabei explizit vor einem Scheinsicherheitsgef??hl, dass sich etwa beim Fahren mit E-Bikes einstellen kann. "Das Problem bei R??dern mit Elektro-Antrieb ist, dass sie ein hohes Eigengewicht haben", sagt er. "Das sp??ren Sie nicht, so lange es rollt, aber wenn sie bremsen oder anhalten m??ssen, werden viele Menschen ??berrascht, was f??r Kr??fte da im Spiel sind." Dazu kommen Schlagl??cher und Stra??enbahnschienen als potenzielle Stolperstellen, ebenso wie Bordsteinkanten oder rutschige Stra??enbel??ge. Andere Verkehrsteilnehmer sind da noch gar nicht eingerechnet. "Etwa 25 Prozent der get??teten Radfahrer sterben durch Alleinunf??lle", so Brockmann.

Insofern ist das Risiko auch bei scheinbar freien Stra??en nicht zu untersch??tzen. "Eine fast allt??gliche Situation ist das Passieren einer Garagenausfahrt", erkl??rt der Fotograf und passionierte Radfahrer Rainer Coordes, der sich intensiv und leidenschaftlich f??r das Tragen von Fahrradhelmen einsetzt, seit ein solcher ihm im M??rz 1989 bei einem schweren Unfall das Leben rettete. "Wenn sie mit 20 Stundenkilometern auf so eine Stelle zufahren und auf einmal ein Auto aus der Garage f??hrt, k??nnen Sie einen Unfall kaum verhindern. Selbst wenn das andere Fahrzeug steht, prallen sie unweigerlich mit gro??er Wucht dagegen und haben ohne einen Helm fast keine Chance mehr, das unbeschadet zu ??berstehen." Gleichzeitig kritisiert Coordes, dass die Menschen zunehmend aggressiver w??rden. "Erst neulich bin ich wieder von einem gereizten Autofahrer fast von der Stra??e gedr??ngt worden. Die Unfallgefahr ist durch derart r??cksichtsloses Verhalten also weiterhin hoch. Und momentan haben ohnehin alle Verkehrsteilnehmer nur noch Corona im Kopf, sind also nicht so auf den Stra??enverkehr fokussiert, wie es n??tig w??re."

Ein ordentlicher Fahrradhelm kann somit Leben retten. "Man kann sich damit nicht immer vor einem Unfall sch??tzen, aber zumindest die Schwere einer Kopfverletzung minimieren", betont auch Musiker Adel Tawil, Pr??sident der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung. "Viele Menschen sind ??berrascht, wie komfortabel sich ein Helm tr??gt, wenn er richtig angepasst ist." Das ist ohnehin eine Grundvoraussetzung, sagt auch Rainer Coordes. "Er darf nicht wackeln und muss die Ohren freilassen", erkl??rt er. "Au??erdem sollte der Kinnriemen relativ eng anliegen. Ein, maximal zwei Finger d??rfen zwischen Verschluss und Kinn passen." Zudem sollte der Helm nicht ??lter als f??nf Jahre sein, da die verwendeten Materialien mit der Zeit spr??de werden. Bleibt zu hoffen, dass immer mehr Radfahrer darauf achten. "Wir werden auf jeden Fall noch lange ??berzeugungsarbeit leisten m??ssen", vermutet Siegfried Brockmann. "Doch jeder, der sich dadurch angemessen sch??tzt, ist diese Bem??hungen mehr als wert."

Pressekontakt:

Helga L??ngen
ZNS - Hannelore Kohl Stiftung
Fontainengraben 148
53123 Bonn
Tel. 0228 97845-0
presse@hannelore-kohl-stiftung.de

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