Biotechnologie??in Israel Forscher stellen Mini-Herz aus menschlichem Gewebe im 3D-Drucker her

Sie sollen einmal Organspenden ??berfl??ssig machen: Organe aus dem 3D-Drucker. Nun haben israelische Forscher ein Herz aus menschlichen Zellen hergestellt. Es schl??gt allerdings nicht.

Ilia Yefimovich/ DPA

Israelische Forscher haben mit einem 3D-Drucker ein sehr kleines Herz aus menschlichem Gewebe erzeugt. Der Prototyp ist etwa so gro?? wie eine Kirsche, was in etwa der Gr????e eines Hasenherzens entspricht, sagte Studienleiter Tal Dvir von der Universit??t Tel Aviv. Es sei vergleichbar mit dem Herz eines menschlichen F??tus.

Das Herz besteht aus Gewebe sowie Blutgef????en und verf??gt ??ber Kammern, berichten die Forscher im Fachblatt "Advanced Science". Es funktioniert allerdings nicht, weil sich die Zellen noch nicht synchron zusammenziehen k??nnen. Bis ein solches Organ einem Menschen eingesetzt werden kann, werde es deshalb noch Jahre dauern, betonen die Forscher.

Fotostrecke

8  Bilder
Organe aus dem 3D-Printer: Gedruckt

Forscher t??fteln seit Langem daran, lebendes Gewebe mit dem 3D-Drucker nachzubilden. 2016 hatten Forscher Knorpel, Knochen und Muskelgewebe im 3D-Drucker hergestellt. Allerdings wurden diese nur M??usen und Ratten eingesetzt. In einem anderen Experiment haben M??use sogar Nachwuchs mit k??nstlichen Eierst??cken bekommen. Sogar Nieren mitsamt ihren komplizierten zellul??ren Strukturen lassen sich drucken, die f??r die Filtration von Blut und die Produktion von Urin n??tig sind.

"Wir entnehmen per Biopsie Fettgewebe eines Patienten", sagte der Biotechnologe Dvir zu dem aktuellen Experiment. Die daraus gewonnen Zellen werden zu Stammzellen umprogrammiert. "Diese differenzieren sich wiederum in Herzzellen, Zellen der Blutgef????e und andere", erkl??rte Dvir weiter. In den Kartuschen des 3D-Druckers stecken zudem St??tzsubstanzen, die dem auszudruckenden Gewebe Halt geben. Diese stammen ebenfalls von dem Patienten. Aus diesen "Bio-Tinten" erzeugte der 3D-Drucker dann das Mini-Herz.

Prototypen in einem speziellen Bioreaktor reifen lassen

"Das Herz ist komplett kompatibel mit dem Patienten, weil es aus seinem eigenen Gewebe geschaffen ist und wird deshalb keine Immun-Gegenreaktion ausl??sen", sagte Dvir. Das ist ein entscheidender Vorteil gegen??ber Spenderorganen, die zu Abwehrreaktionen des K??rpers f??hren. Organempf??nger m??ssen ihr Leben lang Medikamente dagegen nehmen. Der gro??e Vorteil des 3D-Verfahrens liege au??erdem darin, dass jedes Organ perfekt auf die Gr????e und das Alter des Patienten angepasst werden k??nnte.

Laut den israelischen Forschern ist es das erste Mal, dass ein ganzes Herz mit Zellgewebe und Blutgef????en gedruckt wurde. In ??hnlichen Versuchen seien bisher nur synthetische Stoffe oder anderes nat??rliches Gewebe verwendet worden. Nun wollen die Forscher den Prototypen in einem speziellen Bioreaktor reifen lassen. Binnen eines Jahres sollen solche Herzen in Tierversuchen getestet werden.

Das gr????te Problem ist jedoch nicht die Drucktechnik. Es reicht nicht, die Zellen an der richtigen Stelle zu positionieren. Sie m??ssen auch so zusammenarbeiten, dass sie Organfunktionen ??bernehmen k??nnen. Es wird deshalb noch eine Weile dauern, bis ??rzte ben??tigte Organe bequem ausdrucken k??nnen.

koe/AFP/dpa



insgesamt 11 Beitr??ge
Alle Kommentare ??ffnen
Seite 1
aschu0959 15.04.2019
1. Das Geheimnis des Lebens
ist halt (zum Gl??ck noch) nicht gel??ftet. Wer wei?? schon was f??r Perversionen die Wissenschaftler sonst so zusammenbasteln w??rden !
rolantik 15.04.2019
2. Keine falschen Hoffnungen wecken!!
Solche Berichte suggerieren, dass es bald m??glich ist menschliche Organe nachzubilden. Ob das je einmal der Fall sein wird, ist so unklar wie die Frage, ob man eines Tages Krebs besiegen kann. Es w??re also angeraten solche Berichte zur??ckzuhalten, bis grunds??tzliche Fragen gekl??rt sind, dazu geh??ren auch letztendlich ethische Fragen, z.B. wo die Grenzen eines solchen Vorgehens liegen sollten.
pepe-b 15.04.2019
3. @ aschu0959
Nicht ganz richtig. Wie beschrieben funktioniert das bei M??usen mit anderen Organen ja schon. Eine Niere lebt auch.
frenchie3 15.04.2019
4. Och nee
Da liegt die L??sung des Organspendeproblems auf dem Tisch, nicht nur quantitativ sondern gar qualitativ, und gleich dem ersten f??llt nur Frankenstein ein.
PRAN1974 15.04.2019
5.
Zitat von rolantikSolche Berichte suggerieren, dass es bald m??glich ist menschliche Organe nachzubilden. Ob das je einmal der Fall sein wird, ist so unklar wie die Frage, ob man eines Tages Krebs besiegen kann. Es w??re also angeraten solche Berichte zur??ckzuhalten, bis grunds??tzliche Fragen gekl??rt sind, dazu geh??ren auch letztendlich ethische Fragen, z.B. wo die Grenzen eines solchen Vorgehens liegen sollten.
Wo sollten denn die Grenzen liegen? Was finden Sie denn ethisch daran problematish, ein Herz im Reagenzglas heranzuz??chten? Selbst wenn man Gehirnzellen auf diese Weise herstellt, finde ich es in Ordnung, da es die eigenen Fettzellen der Patienten sind, die dazu verwendet werden. Daf??r m??ssen keine Lebewesen sterben.
Alle Kommentare ??ffnen
Seite 1

?? SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielf??ltigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.