Doku ??ber Wechseljahre Der Aufbruch

Weicher werden, knittriger, schwitziger - aber auch endlich den Mut haben, radikal an sich selbst zu denken. Die Doku "Was Sie schon immer ??ber Frauen wissen wollten" erz??hlt entspannt ??ber die Wechseljahre.

Eva Maschke/ NDR/ BR

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Die kleine Grinsebinde macht Hoffnung. Ein winziges, animiertes Gif, das einen l??chelnden Menstruationsartikel zeigt, in den langsam Blut sickert und den man als Sticker auf seine Instagram-Storys kleben kann - ein kleiner, weiterer Schmunzelschritt auf dem Weg dahin, nat??rliche k??rperliche Vorg??nge nicht l??nger als betuschelungsw??rdige Unaussprechlichkeiten zu begreifen.

W??hrend die Periode gerade dank zunehmender Verlifestylisierung immer mehr enttabuisiert wird, wird ??ber ihr finales Versiegen immer noch zu viel geschwiegen. Die Filmemacherin Katrin B??hlig, hat den Wechseljahren nun eine 85-min??tige Dokumentation gewidmet, in der f??nf Frauen v??llig krampfbefreit ??ber Winkefleisch, Hitzewallungen und Scheidentrockenheit reden. Und dar??ber, dass es keinen Grund gibt, sich pl??tzlich als "funktionslose H??lle" zu f??hlen, nur weil die Reproduktionsf??higkeit beendet ist.

So offen hier gesprochen wird, so verdruckst ist leider die Sendezeit: Der NDR zeigt die Doku lieber diskret um Mitternacht, leider bleibt sie also vor allem Tipp f??r die Mediathekennutzer.

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TV-Doku ??ber Wechseljahre: Endlich an sich selbst denken

Es ist vor allem ihre unangestrengte Offenheit, die die Doku auch f??r Noch-nicht-Betroffene sehenswert macht. "Bis eben war ich doch noch jung, und jetzt soll ich pl??tzlich die Zielgruppe f??r Mittel gegen Blasenschw??che sein?", fragt sich die Autorin der Doku, selbst gerade 51 geworden, zu Beginn. Acht Millionen Frauen erlebten in Deutschland gerade ihre Wechseljahre, so viele wie nie zuvor, doch ??ffentliches Thema sei diese Phase nicht.

Ist sie selbst nun also wirklich nicht mehr Bl??te, sondern schon Kompost, ??berlegt B??hlig mit jenem lakonischen Humor, der sich durch ihren ganzen Film zieht, der Raum f??r Wehmut, aber auch f??r Erleichterung und Lachen l??sst. Das ist vor allem den ungek??nstelten Erz??hlungen ihrer f??nf Protagonistinnen geschuldet, alle um die 50, teils mit Kindern, teils ohne, aus ganz verschiedenen Lebenswelten: Mal erz??hlt Landwirtin Christine, dann Serien-Schauspielerin Anne. Ulla, die ??fter ??ber das Sterben nachdenkt, und Beate, die gerade einen Lifestyle-Blog gestartet hat, um sich und andere Frauen in ihrem Alter sichtbarer zu machen.

Das Gef??hl, nicht mehr gesehen zu werden

Die Angst zu verschwinden ist ein Stichwort, das immer wieder auftaucht. Das Gef??hl, als ??ltere Frau nicht mehr gesehen zu werden. Selbst in der Werbung f??r Kosmetik, die ihre Altersklasse ansprechen soll, k??men sie nicht vor, w??rden sie durch j??ngere, straffere, vermeintlich werbungsf??higere Stellvertreterinnen ersetzt, sagt Beate, 52.

Sie f??hlt sich einer neuen Generation zugeh??rig, einer, die es nicht mehr interessiere, ob sie angeblich zu alt f??r Spaghettitr??ger sei. "Was Sie schon immer ??ber Frauen wissen wollten" macht viel Platz f??r die f??nf Frauen, die sich immer weniger angeschaut f??hlen, begleitet sie zum Jazztanz, beim Yoga, bei dem sie "die Energie in den linken Eierstock flie??en lassen" , zur metzgerm????igen Beschau durch eine Sch??nheitschirurgin, die 4000 bis 5000 Euro f??r ein neues, j??ngeres Gesicht "ohne Merkelfalten" veranschlagt.

Es kommt freilich nicht zum Eingriff, die Doku-Frauen haben sich mit ihren neuen, ??lteren K??rpern weitgehend arrangiert, die eine mehr, die andere weniger. Nat??rlich sei vieles daran auch l??stig: Das Schwitzen und die hei??en Wellen, die einen manchmal zur Unzeit ??berschwappten, das Weicherwerden, in den K??rperkonturen, aber gl??cklicherweise eben auch im Geist: "Ich freue mich auf die trockene Phase", sagt Anne: Mit der Periode sei auch das Gef??hl verschwunden, es anderen recht machen zu m??ssen. Jetzt genie??e sie es, "am radikalsten an sich selbst zu denken". In der Doku allerdings denken die Frauen auch noch an andere. An die M??nner, zum Beispiel, die ja auch am ??lterwerden zu knapsen h??tten: Die stellten sich ja auch nicht ??ffentlich hin und verk??ndeten: Ich bin jetzt 50, ich habe eine erektile Dysfunktion und Schlepphoden.

Die Doku betreibt keine Sch??nt??ncherei, auch Depressionen, Einsamkeitsgef??hle, das t??gliche Hadern finden Platz. "Was Sie schon immer ??ber Frauen wissen wollten" ist vor allem ein beherzter Appell zum einfach Weitermachen. "The Change", werden die Wechseljahre im Englischen genannt, das gef??llt den Frauen, weil es nach Aufbruch klingt. Und die Autorin der Doku zeigt, was das zum Beispiel auch bedeuten kann: Am Ende heiratet sie, im wei??en T??llkleid, mit Anfang 50, warum auch nicht.


"Was Sie schon immer ??ber Frauen wissen wollten". Mittwoch, 15.5., 0 Uhr, NDR. Nach Ausstrahlung in der Mediathek verf??gbar.



insgesamt 19 Beitr??ge
Alle Kommentare ??ffnen
Seite 1
temp1 15.05.2019
1. radikal an sich selbst denken
radikal an sich selbst denken ...Tun das nicht zunehmend mehr Menschen in einer Zeit, wo man die meiste Zeit nicht mehr direkt auf seine Mitmenschen angewiesen ist, weil man sich das meiste kaufen kann .... ich wei?? nicht, ob das so ein erstrebenswertes Ideal ist, was hier vorgeschlagen wird.
odapiel 16.05.2019
2.
Was f??r ein esoterischer Bullshit! Verschwiegen werden mal wieder die handfesten Folgen: massive Gewichtszunahme ohne Chance auf eine Abnahme, Schilddr??senfunktionsst??rungen, Bluthochdruck von vorher normal auf danach 220/140, Osteoporose bis zum Abwinken, v??lliger Verlust der Libido UND Verlust der Orgasmusf??higkeit, ??deme bis die Beine platzen, Herzrhytmusst??rungen und Herzschw??che, und geht man zum Arzt, grinst einen der d??mlich an und meint "sind halt die Jahre", geholfen oder behandelt wird aber nicht. Die Autorin soll doch mal bitte jenseits der 55 zum Frauenarzt gehen und nach einem Hormonprofil fragen, weil sie diese, klar mit dem Hormonungleichgewicht zusammenh??ngenden Probleme hat. Sie wird aus der Praxis gelacht werden. Alles was passieren wird, heute immer noch, ist das Ruhigstellen per Betablocker, Anti-Depressiva und ACE-Hemmer, und wer dann immer noch meckert, der hats halt an der Erbse und soll zum Therapeuten...
olletolle 16.05.2019
3. Endlich!
Das war mein Gef??hl, als die Wechseljahre vorbei waren. Endlich keine Periode mehr. Endlich nicht mehr verh??ten m??ssen.
tipto 16.05.2019
4. @2
Klagen hilft nicht und h??ufig auch kein Arzt. Das zweite Leben bedeutet Bewegung, dann Sport, dann Training, nach entsprechendem Aufbau, mindestens 1 Stunde schwei??treibender Kraft- und Ausdauersport, jeden Tag, zus??tzlich zu "viel Bewegung" im Alltag. Es bedeutet ein Entspannungsverfahren, je nach Neigung, PMR, YOGA, Autogenes Training usw., jeden Tag, jaaa auch neben Vollzeitt??tigkeit, Pflege der Eltern und versorgen der Enkel. Fernseher abschalten und irgendwann zwischen "24 Uhr und Mitternacht" ist Zeit! Es bedeutet konsequente Ern??hrungsumstellung und Verzicht. Es ist ein Leben, dass Reduktion auf der einen und Engagement auf der anderen Seite fordert. Ja manchmal muss Frau sogar lange Fahrtwege in Kauf nehmen, um an im Einzelfall richtige ??rzte zu kommen. Und man eine hat noch ein Extrapaket aber die meisten k??nnen sich selber helfen, wenn sie denn sich! und das an @1, selber hinreichend beachten und mit dem versorgen, was ein alternder K??rper braucht, Egoismus als gesundheitsf??rdernde Lebensstrategie und -pflicht.
schmidt-post 16.05.2019
5.
Zitat von odapielWas f??r ein esoterischer Bullshit! Verschwiegen werden mal wieder die handfesten Folgen: massive Gewichtszunahme ohne Chance auf eine Abnahme, Schilddr??senfunktionsst??rungen, Bluthochdruck von vorher normal auf danach 220/140, Osteoporose bis zum Abwinken, v??lliger Verlust der Libido UND Verlust der Orgasmusf??higkeit, ??deme bis die Beine platzen, Herzrhytmusst??rungen und Herzschw??che, und geht man zum Arzt, grinst einen der d??mlich an und meint "sind halt die Jahre", geholfen oder behandelt wird aber nicht. Die Autorin soll doch mal bitte jenseits der 55 zum Frauenarzt gehen und nach einem Hormonprofil fragen, weil sie diese, klar mit dem Hormonungleichgewicht zusammenh??ngenden Probleme hat. Sie wird aus der Praxis gelacht werden. Alles was passieren wird, heute immer noch, ist das Ruhigstellen per Betablocker, Anti-Depressiva und ACE-Hemmer, und wer dann immer noch meckert, der hats halt an der Erbse und soll zum Therapeuten...
So ein Quatsch. Meine Frau ist 57. Und auf sie trifft NICHTS der von Ihnen genannten Punkte zu. Und auch unsere Freundinnen im selben Alter haben nicht zugenommen, keinen Bluthochdruck, keine ??deme und keine Herzprobleme...
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