Berichte ??ber Tote und Verletzte T??rkei startet Bodenoffensive in Nordsyrien

Die t??rkische Offensive gegen Kurdenmilizen in Nordsyrien begann mit Luftangriffen und Artilleriefeuer. Nun haben auch t??rkische Soldaten die Grenze ??berquert. Mehrere Menschen sollen bereits gestorben sein.

T??rkische Truppen nahe der syrischen Grenze: Mindestens 15 Menschen sind im Zuge der Offensive bereits get??tet worden
Burak Kara/Getty Images

T??rkische Truppen nahe der syrischen Grenze: Mindestens 15 Menschen sind im Zuge der Offensive bereits get??tet worden


Die T??rkei hat nach Luftangriffen und Artilleriefeuer gegen kurdische Milizen in Nordsyrien nun auch eine Bodenoffensive gestartet. Das teilte das t??rkische Verteidigungsministerium am sp??ten Mittwochabend auf Twitter mit. "Unsere heldenhaften t??rkischen Streitkr??fte und die Nationale Syrische Armee haben im Rahmen der Operation Friedensquelle ihre Bodenoffensive im Osten des Euphrat begonnen", hie?? es. Mit der Nationalen Syrischen Armee sind von der T??rkei unterst??tzte syrische Rebellen gemeint.

T??rkische Medien meldeten am Abend, die Armee sei an mindestens drei Stellen ??ber die Grenze vorger??ckt. Insgesamt seien seit Beginn der Operation 181 milit??rische Ziele angegriffen worden, teilte das t??rkische Verteidigungsministerium mit.

Nach Angaben von Aktivisten wurden bereits wenige Stunden nach Beginn der Angriffe gegen 16 Uhr Ortszeit mindestens 15 Menschen get??tet. Unter den acht zivilen Opfern seien auch zwei Kinder, teilte die Syrische Beobachtungsstelle f??r Menschenrechte mit. Bei den anderen Toten handele es sich um K??mpfer der von Kurden angef??hrten Kurdenmiliz SDF. Die Menschenrechtler berichteten zudem von mehr als 40 Verletzten, darunter 13 Zivilisten. (Lesen Sie hier einen Kommentar zur t??rkischen Operation in Syrien.)

Der Sprecher der SDF, Mustafa Bali, wies Meldungen syrischer Rebellen zur??ck, wonach diese gemeinsam mit der t??rkischen Armee in Tal Abyad einger??ckt seien. Laut SDF sei es dagegen gelungen, die t??rkischen Truppen zur??ckzuschlagen. Bei einem Luftschlag sei jedoch ein Gef??ngnis getroffen worden, in dem Mitglieder der Terrormiliz IS einsa??en.

Den Angaben zufolge war zuvor die Stadt Kobane von der T??rkei bombardiert worden. Auch ein Camp, in dem ehemals auch das US-Milit??r Truppen f??r den Kampf gegen den IS ausgebildet haben soll, wurde demnach getroffen.

Die T??rkei will eine Pufferzone in Syrien errichten - im kurdisch besetzten Gebiet
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Die T??rkei will eine Pufferzone in Syrien errichten - im kurdisch besetzten Gebiet

Der t??rkische Pr??sident Recep Tayyip Erdogan hatte den Start des lange geplanten Milit??reinsatzes am Mittwochnachmittag bekanntgegeben. Ziel der Offensive ist die kurdische YPG-Miliz, die in Syrien unweit der t??rkischen Grenze ein gro??es Gebiet kontrolliert. Die T??rkei sieht in ihr einen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und damit eine Terrororganisation.

Heiko Maas: "Die T??rkei riskiert ein Wiedererstarken des IS"

Die Offensive l??ste international scharfe Kritik aus. Bundesau??enminister Heiko Maas sagte in Berlin: "Die T??rkei nimmt damit in Kauf, die Region weiter zu destabilisieren und riskiert ein Wiedererstarken des IS." Es drohe eine weitere humanit??re Katastrophe sowie eine neue Fluchtbewegung. "Wir rufen die T??rkei dazu auf, ihre Offensive zu beenden und ihre Sicherheitsinteressen auf friedlichem Weg zu verfolgen."

Auch die EU-Staaten haben die T??rkei in einer gemeinsamen Erkl??rung zum Abbruch der Milit??roffensive aufgefordert. "Erneute bewaffnete Auseinandersetzungen im Nordosten werden die Stabilit??t in der ganzen Region weiter untergraben, das Leiden der Zivilisten verschlimmern und zus??tzliche Vertreibungen provozieren", hei??t es in dem am Mittwochabend ver??ffentlichten Text. Die T??rkei gef??hrde zudem die Erfolge der internationalen Koalition gegen die Terrormiliz IS.

Nato-Generalsekret??r Jens Stoltenberg sagte, die T??rkei m??sse sicherstellen, dass ihr Vorgehen verh??ltnism????ig und ma??voll sei. Er will am Freitag in Istanbul mit Pr??sident Erdogan zusammenkommen und auch ??ber die Milit??roffensive sprechen.

US-Senatoren wollen Erdogan pers??nlich mit Sanktionen belegen

Nach dem t??rkischen Einmarsch in Nordsyrien wollen Senatoren im US-Kongress Erdogan pers??nlich mit Sanktionen belegen. Das geht aus dem Entwurf f??r eine partei??bergreifende Resolution der Senatoren Lindsey Graham (Republikaner) und Chris Van Hollen (Demokraten) hervor, den Graham am Mittwoch auf Twitter ver??ffentlichte. Der Entwurf sieht vor, dass etwaiger Besitz Erdogans, des t??rkischen Vizepr??sidenten und mehrerer Minister in den USA eingefroren w??rde. Au??erdem w??rden Visabestimmungen f??r die politische F??hrung des Landes versch??rft.

Der Entwurf sieht zahlreiche weitere Strafma??nahmen gegen die T??rkei vor. Unter anderem w??rde der Verkauf von US-R??stungsg??tern f??r die t??rkischen Streitkr??fte verboten. Auch Ausl??nder, die R??stungsgesch??fte mit den t??rkischen Streitkr??ften machten, w??rden mit Sanktionen belegt. Dasselbe gilt f??r Gesch??fte mit dem t??rkischen Energiesektor. Aus dem Kongress hie?? es, der Entwurf der Resolution werde vermutlich n??chste Woche eingebracht, wenn das Repr??sentantenhaus und der Senat wieder zusammenkommen.

Graham hatte zuvor mitgeteilt, er erwarte, dass die Resolution eine Zweidrittelmehrheit bekomme. Damit k??nnte dann auch ein etwaiges Veto von US-Pr??sident Donald Trump ??berstimmt werden. Graham hatte der Regierung in Ankara im Falle eines Einmarsches in Nordsyrien mit "Sanktionen aus der H??lle" gedroht.

fek/aar/dpa/Reuters



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