Konzert gegen rechts in Chemnitz Sachsens Verfassungsschutz wegen Jahresbericht in der Kritik

"Nicht zu retten", "Aufgabe nicht verstanden": In den sozialen Medien wird der s??chsische Verfassungsschutz wegen der Erw??hnung eines Konzerts gegen rechts scharf attackiert. Die Beh??rde wehrt sich gegen die Vorw??rfe.

Protestkonzert "#wirsindmehr"
DPA

Protestkonzert "#wirsindmehr"


Der s??chsische Verfassungsschutz steht wegen der Erw??hnung eines bundesweit beachteten Konzerts gegen rechts in seinem Jahresbericht 2018 in der Kritik. Darin wird das Konzert, bei dem unter anderem die Punkband Feine Sahne Fischfilet auftrat, als Beleg daf??r genannt, wie "??ffentliche nichtextremistische Veranstaltungen" von "linksextremistischen Musikgruppen" genutzt w??rden, um ihre Ideologie zu verbreiten.

Das Konzert fand am 3. September 2018 in Chemnitz statt, wenige Tage nachdem es in der Stadt zu rechtsextremen Krawallen gekommen war. Um ein Zeichen gegen Rassismus organisierte die Band Kraftclub die Veranstaltung unter dem Titel #wirsindmehr. Vor mehr als 60.000 Zuschauern traten neben Feine Sahne Fischfilet unter anderem auch die Toten Hosen, Marteria und K.I.Z. auf.

Die s??chsischen Linken kritisierten, dass Antifaschismus diffamiert werde. Auch in den sozialen Medien gab es Kritik. Die Vorsitzende der Linkspartei Katja Kipping schrieb bei Twitter: "Sachsens Verfassungsschutz ist nicht zu retten. 'Wir sind mehr' in Chemnitz kritisiert er als extremistisch, Pegida kommt nicht mal vor."

Cem ??zdemir, Bundestagsabgeordneter der Gr??nen, twitterte: "Wer bei 'Nazis raus' und 'wir sind mehr' aus Extremismus verweist, hat seine Aufgabe nicht verstanden. Unser Grundgesetz ist nazifrei. Garantiert."

Das Landesamt wehrt sich gegen die Kritik

Der s??chsische Verfassungsschutz weist die Kritik zur??ck. Die Behauptung, man habe das Konzert als linksextremistisch erw??hnt sei "in dieser Pauschalit??t unzutreffend. Vielmehr stelle der Geheimdienst in seinem Jahresbericht fest, dass an der Gro??veranstaltung "ganz ??berwiegend nichtextremistische Zuschauer" teilgenommen haben.

In dem Kapitel unter dem Titel "Linksextremistische Musikszene" hei??t es w??rtlich: "H??ufig finden Musikveranstaltungen mit aktiver Beteiligung von Linksextremisten - ob als auftretende K??nstler oder als Veranstalter - in ??ffentlichen Einrichtungen statt oder werden als gro??e Musikfestivals unter freiem Himmel durchgef??hrt."

asa

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