Bundesbank-Studie Immobilienbesitzer werden immer reicher

Das Verm??gen der Deutschen steigt - doch es ist sehr ungleich verteilt: Laut einer Bundesbank-Studie stehen vor allem Eigent??mer von H??usern und Wohnungen gut da.

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imago/Sven Simon

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In den vergangenen zehn Jahren wuchs und wuchs die deutsche Wirtschaft. Eine so lange Phase des ununterbrochenen Wirtschaftswachstums gab es zuletzt in den Achtzigerjahren. Auch in diesem Jahr wird das Bruttoinlandsprodukt voraussichtlich zulegen - wenn auch deutlich weniger als die Jahre zuvor.

Aber wo kommt dieser historische Aufschwung eigentlich an?

Antworten darauf gibt nun der aktuelle Verm??gensbericht der Bundesbank. Auf mehr als 20 Seiten pr??sentieren die Autoren zahlreiche Daten zur Verm??gensverteilung der deutschen Haushalte.

Dabei f??llt auf: Die steigenden Wohnungspreise lassen vor allem die Verm??gen der deutschen Immobilienbesitzer kr??ftig wachsen. Demnach lag der Median des Nettoverm??gens der Immobilienbesitzer 2017 bei 277.000 Euro - 37.200 Euro mehr als noch vor drei Jahren. Mieterhaushalte kommen dagegen lediglich nur auf ein Medianverm??gen von 10.400 Euro. Um den Medianwert zu ermitteln, werden die Haushalte in eine reichere und eine ??rmere H??lfte geteilt. Das Verm??gen des Haushalts in der Mitte ist das Medianverm??gen, verglichen mit dem Durchschnittseinkommen ist es gegen??ber statistischen Ausrei??ern robuster.

"Den in den letzten Jahren ansteigenden Immobilienpreisen kommt ein nicht unerheblicher Einfluss auf die Entwicklung der Verm??gen zu", schreiben die Autoren in ihrem Bericht. Der Aufschwung kommt aber nur bei einer eher kleinen Gruppe an: In Deutschland lebt nur fast jeder zweiter Haushalt in den eigenen vier W??nden. In Italien und Spanien waren das 2014 rund 70 beziehungsweise 80 Prozent.

Eine ??hnlich positive Entwicklung wie bei Immobilienverm??gen ist bei Aktienbesitzern festzustellen: Im Durchschnitt stieg der Wert des Aktienbesitzes um etwa 13 Prozent. Der deutsche Aktienindex Dax legte zwischen Mitte April 2014 und Mitte April 2017 gar um 30 Prozent zu, der gemessene Anstieg fiel also geringer aus.

Aber auch insgesamt gesehen sind die Privatverm??gen in Deutschland von 2014 bis 2017 leicht gestiegen, wie der Bericht zeigt. Im Durchschnitt betrugen die Bruttoverm??gen pro Haushalt 262.500 Euro. Zieht man die Schulden der Haushalte ab, ergibt sich ein durchschnittliches Nettoverm??gen von 232.800 Euro, wobei nicht zwischen Immobilienbesitzern und Mietern unterschieden wird.

Der zentrale Mittelwert der Nettoverm??gen, der sogenannte Median, liegt aber deutlich niedriger. Dieser lag 2017 netto bei 70.800 Euro. Das liegt daran, dass einige sehr hohe Verm??gen den Durchschnittswert nach oben verzerren.

Weiterhin hohe Ungleichheit

Die Bundesbank weist passend dazu darauf hin, dass die Ungleichheit in Deutschland weiterhin deutlich h??her ist als im Schnitt der Eurozone - und zwar gleich in mehreren m??glichen Messgr????en. Daran hat sich in den drei Jahren zwischen den Erhebungen kaum etwas ge??ndert. "Nach wie vor ist Deutschland ein Land, in dem die privaten Verm??gen ungleich verteilt sind", schreiben die Autoren. Die neuen Zahlen deuteten in der Tendenz sogar auf steigende Ungleichheit hin.

So besa?? 2017 die untere H??lfte der Haushalte lediglich drei Prozent des gesamten Nettoverm??gens. Den obersten zehn Prozent der Haushalte geh??rten hingegen 55 Prozent des Verm??gens. 2014 waren das noch 60 Prozent, 2010/2011 noch 59 Prozent. Die Bundesbank warnte aber davor, aus dieser Entwicklung einen Trend abzulesen. So beteiligten sich 2017 im Vergleich zu vorgegangenen Untersuchungen weniger sehr reiche Haushalte an der Erhebung.

Trotzdem bleibt die Ungleichheit in Deutschland vergleichsweise hoch. In der gesamten Eurozone geh??rten den obersten zehn Prozent der Haushalte 51 Prozent des Verm??gens. In den traditionell von Ungleichheit gepr??gten USA lag der Wert 2013 bei rund 77 Prozent.

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insgesamt 178 Beitr??ge
Alle Kommentare ??ffnen
Seite 1
Mr Bounz 15.04.2019
1. keine ??berraschung
Der Beitrag ist mit realen Zahlen gut recherchiert und kommt zu einem klaren Ergebnis. Eigentum ist besser, denn man baut Verm??gen auf. Leider kam vor kurzem hier auf SPON eine Dame aus der Immobiulienbranche zu Wort die das gegenteil behauptet hat. Nat??rlich argumentierte Sie nicht mit Fakten sondern nur mit Annahmen und Gef??hlen z.B. f??hlte Sie das wir in D einen tollen Mietmarkt habem, der nicht zerst??rt werden darf. ... zu wessen Vorteil dieser Mietmarkt besteht ist wohl klar. Aber zum Gl??ck gibt es neben der profitgetriebenen Lobbyarbeit auch noch belastbare Fakten. Vielen Dank an die Bundesbank.
remcap 15.04.2019
2.
Was hat Immobilienbesitz mit Ungleichheit der Verm??gensverteilung zu tun. Hier werden 2 verschiedene Dinge in einen Topf geworfen. Jeder konnte damals selber entscheiden, ob er sein Geld in die Miete stekct oder damit mtl. bei hohen Zinsen eine eigene Immobilie in 20-30 Jahren abstottert. Die Fehler der Politik, das heute so viele Menschen mehrer Jobs brauchen und die Tafel konsultieren, um ??ber die Runden zu kommen, steht nicht in den Arbeitslosenzahlenberichten. Das dies ein Fehler unserer Politik ist, ist unbestreitbar. Nix als leere Versprechen...und dann bei jeder Ungleichheit jammern.
khwherrsching 15.04.2019
3. Und was soll daraus folgen?
Immobilien enteignen und verteilen? SPON wird sich leider nicht zu schade, jede M??glichkeit zu ergreifen, wenn es darum geht, die in Deutschland g??ngige Neiddebatte anzuheizen. Man k??nnte ja auch einmal auf die schlichte Idee kommen, dass es flei??ige B??rger und nicht so flei??ige Mitglieder unserer Gesellschaft gibt. Auch sparsame und weniger sparsame sind anzutreffen. Man k??nnte der Fairnis halber in solchen einseitig gef??rbten Artikeln auch erw??hnen, dass in diesen Statistiken das Millionenheer von Rentnern, Arbeitslosen und Sozialhilfeempf??ngern mitgez??hlt wird. Auch unsere Kinder sind darin enthalten.
cyberpommez 15.04.2019
4. Interessant,
aber heulen tun sie am lautesten. Fast alle Vermieter die ich in meinem Leben kennen gelernt habe, waren sehr unsympathisch, geizig, kleinkariert und gierig. Aber auch logisch, denn der Traum vom leistungslosen Einkommen wird fast immer von den gleichen Menschen getr??umt. Ausnahmen best??tigen nat??rlich die Regel. Es gibt auch gute Eigent??mer, die nicht jede m??gliche Erh??hung mitmachen. Ein Hoch auf die wenigen Anderen.....
cutipay 15.04.2019
5. Ach, jetzt kommt bestimmt wieder
das Totschlagargument von der Neiddebatte. Traurig, solange diese Zahlen als "normal" hingenommen werden. Was f??r ne Perversion!
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