Fund am Strand Hiroshima-Atombombe hinterlie????winzige Glaskugeln

Im Sand einer japanischen Halbinsel entdeckte ein Geologe zuf??llig einige seltsam geformte, glasartige Objekte. Nun zeigte sich: Sie sind wahrscheinlich vor mehr als 70 Jahren beim Atomangriff auf Hiroshima entstanden.

UC Berkeley

Eigentlich war Mario Wannier auf der Suche nach kleinen Tieren. Als er 2015 im Sand von der japanischen Halbinsel Motoujina nach mikroskopisch kleinen Meereslebewesen suchte, erregte jedoch schnell etwas anderes seine Aufmerksamkeit.

Unter dem Mikroskop fand der Geologe winzige glasartige Partikel und eine ganze Reihe ungew??hnlich geformter Objekte im Sand. "Ich habe bereits Hunderte Proben von Str??nden in S??dostasien untersucht und kann mineralische K??rner leicht von tierischen Partikeln unterscheiden", sagt der pensionierte Forscher.

Welchen Ursprungs die seltsamen St??cke im Sand waren, konnte sich Wannier zun??chst allerdings nicht erkl??ren. Die Fundst??cke erinnerten ihn an Gebilde, die bei gewaltigen Meteoriteneinschl??gen entstehen, wie jenem Brocken, der vor 65 Millionen Jahren die Dinosaurier ausl??schte. Verfl??ssigte Metalle aus dem Boden werden dabei in die Atmosph??re geschleudert und bilden gl??serne Tropfen.

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Steinchen am Strand: Ein Rest Hiroshima

Doch einige der nun entdeckten zwischen 0,5 und einem Millimeter gro??en Gebilde passten nicht zur Meteoriten-Theorie. Sie waren nicht rund und teils aus mehreren Objekten zusammengeschmolzen (siehe Bilderstrecke oben). Schlie??lich zeigten chemische Analysen: Die seltsamen Teile sind wahrscheinlich bei der Explosion der Atombombe von Hiroshima im Jahr 1945 entstanden. Die Bombe war nur wenige Kilometer entfernt von der Halbinsel Motoujina detoniert.

"Das schlimmste menschengemachte Ereignis, das es je gab"

Einige K??gelchen enthalten auch Stahl oder Eisen, berichtet Wannier gemeinsam mit Forschern vom Berkeley National Laboratory in Kalifornien im Fachmagazin "Anthropocene". Andere umschlie??en Baumaterialien wie Beton, Marmor, Edelstahl oder Gummi. Radioaktive Bestandteile fanden die Forscher bislang nicht, das sei aber kein Gegenargument f??r ihre Theorie, schreiben sie. Strahlende Substanzen w??rden nicht zwingend in alle Partikel eingeschlossen.

Kristalle in den Partikeln legten nahe, dass die besonderen Objekte bei mehr als 1800 Grad Celsius entstanden seien. Vermutlich h??tten sich die Gebilde in gro??er H??he um den aufsteigenden Feuerball der Bombe gebildet.

"Der Untergrund wurde durch die Gewalt der Explosion aufgewirbelt, und die Hitze in der Atomwolke hat die physikalischen Eigenschaften der herumfliegenden Teilchen ver??ndert", so Wannier. Dabei seien einzelne K??gelchen zusammengeschmolzen, so sei die ungew??hnliche Form der Fundst??cke entstanden.

"Der Atomangriff auf Hiroshima war eines der schlimmsten menschengemachten Ereignisse, die es je gab", sagt Wannier. Bei der Attacke vor mehr als 70 Jahren kamen 70.000 Menschen ums Leben, ungef??hr noch einmal so viele starben infolge der Strahlung, ein Gro??teil der Geb??ude wurde zerst??rt. "Man hatte eine Stadt und eine Minute sp??ter war nichts mehr da. Man fragt sich: Wo ist das ganze Material hin?" Einen kleinen Teil haben die Forscher nun wiedergefunden.

Anmerkung der Redaktion: In einer fr??heren Version des Artikels stand, die Atombombe von Hiroshima sei vor mehr als 60 Jahren detoniert. Genauer sind es mehr als 70 Jahre. Wir haben die Angabe pr??zisiert.

jme



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