Hohe Nitratwerte Regierung verk??ndet Einigung auf neue D??ngeregeln

Umwelt- und Landwirtschaftsministerium haben sich auf neue Regeln geeinigt, wie Deutschlands Bauern in Zukunft ihre Felder d??ngen d??rfen. Hintergrund sind drohende EU-Strafzahlungen wegen zu hoher Nitratwerte in Gew??ssern.

Ein Landwirt f??hrt G??lle auf einem Feld aus (Archivbild)
Fabian Sommer / dpa

Ein Landwirt f??hrt G??lle auf einem Feld aus (Archivbild)


Vor allem G??lle aus gro??en Tiermastanlagen ist schuld daran, dass in Deutschland vielerorts die Gew??sser mit Nitrat belastet sind - denn diese G??lle wird von Bauern in gro??en Mengen als D??nger eingesetzt und gelangt so ins Grundwasser. Das kann in Regionen, in denen Trinkwasser gewonnen wird, problematisch sein. Denn hier steigen Aufwand und Kosten f??r die Wasseraufbereitung. Nitrat ist potenziell sch??dlich f??r Mensch und Natur, belastetes Wasser ist vor allem f??r S??uglinge gef??hrlich.

Seit Langem ringen die Bundesregierung und die EU-Kommission um strengere Regeln. Nun hofft man in Berlin, ein Angebot nach Br??ssel schicken zu k??nnen, das dort auf Zustimmung st????t. Umwelt- und Landwirtschaftsministerium haben sich dazu auf einen gemeinsamen Kurs zur Vermeidung von Strafzahlungen an die EU verst??ndigt. Das best??tigte ein Sprecher des Umweltministeriums dem SPIEGEL. Allerdings sollen die Details der Einigung erst am Donnerstag verk??ndet werden.

Das Umweltressort von Svenja Schulze (SPD) und das Landwirtschaftsministerium von Julia Kl??ckner (CDU) hatten lange Zeit ??ber eine Versch??rfung der D??ngeregeln f??r Bauern gerungen. In der vergangenen Woche hatten beide H??user bereits eine weitgehende Einigung verk??ndet. Demnach sollen die zul??ssigen D??ngemengen in nitratgef??hrdeten Gebieten um 20 Prozent reduziert werden. Allerdings soll die Reduzierung als Durchschnittswert pro landwirtschaftlichem Betrieb gelten und nicht f??r alle Fl??chen gleicherma??en. Zuletzt war noch ??ber einzelne strittige Punkte des Pakets verhandelt worden, unter anderem ??ber D??ngeregeln im Herbst sowie f??r ??ko- und Gem??sebauern in stark nitratbelasteten Gebieten.

Der Bundesrat muss der Einigung noch zustimmen.

Derzeit verst????t Deutschland gegen die Grundwasserrichtlinie der EU. Nach einem Urteil des Europ??ischen Gerichtshofes (EuGH) vom vergangenen Juni drohen Strafzahlungen von mehr als 800.000 Euro pro Tag. Das Urteil bezog sich zwar noch auf die alte Fassung der D??ngeregeln. Doch auch eine Neufassung der D??ngeverordnung aus dem Jahr 2017 hatte die EU-Kommission nicht zufriedengestellt. Zuletzt hatte die Br??sseler Beh??rde Mitte Mai in einem Brief erkl??rt, dass sie mehr Anstrengungen der Deutschen Regierung erwarte.

Der Bauernverband hatte dagegen vor einer Unterversorgung von Kulturpflanzen gewarnt - und davor, dass in der Folge mehr Lebensmittel nach Deutschland importiert werden m??ssten. Wasserverb??nde machen sich f??r strengere Regeln stark - und warnen, dass durch die immer aufwendigere Wasseraufbereitung Kostensteigerungen f??r Verbraucher drohen. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) fordert ein deutschlandweit transparentes D??ngesystem mit digitaler Daten??bermittlung - damit tats??chlich eine Kontrolle m??glich ist, ob die Bauern die D??ngeregeln auch einhalten.

chs/AFP



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