Astronomie Forscher l??sen Wasser-R??tsel auf dem Mond

Sandig, staubig, knochentrocken - so stellte man sich den Mond lange vor. Jetzt sagen Forscher: Der Erdtrabant verliert jedes Jahr tonnenweise Wasser. Die Ursache verbl??fft.

Mondboden: Wie viel Wasser verbirgt sich in der Tiefe?
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Mondboden: Wie viel Wasser verbirgt sich in der Tiefe?


Der Mondboden ist offenbar doch nicht so knochentrocken wie angenommen.

Das berichten Forscher der US-amerikanischen Raumfahrtbeh??rde Nasa in der Fachzeitschrift "Nature Geoscience". Demnach setzen kleine Meteoriteneinschl??ge regelm????ig Wasser aus den tieferen Bodenschichten des Erdtrabanten frei. Das Wasser stamme vermutlich aus der Entstehungszeit des Mondes, so die Experten.

F??r ihre Studie analysierten die Wissenschaftler Daten der Sonde "Lunar Atmosphere and Dust Environment Explorer" (LADEE). Sie hatte den Mond von Oktober 2013 bis April 2014 umkreist. Ziel der Nasa-Mission war es unter anderem, die Atmosph??re des Mondes und die Auswirkungen von Staubpartikel-Einschl??gen zu untersuchen.

Bei der Auswertung der Daten stie??en die Forscher wiederholt auf eine anomal hohe Wasserkonzentration in der Mondatmosph??re. In 29 F??llen trat diese Abweichung auf, kurz nachdem der Erdtrabant auf bekannte Meteoritenstr??me getroffen war. Au??erdem schreiben die Wissenschaftler vier weitere Anomalien bislang v??llig unbekannten Meteoritenstr??men zu.

Allerdings fiel den Nasa-Experten schnell auf, dass offenbar nur bestimmte Meteoriten im Mond enthaltenes Wasser freisetzen. Erh??ht war die Wasserkonzentration in der Mond-Exosph??re insbesondere dann, wenn Gesteinsbrocken mit einer Masse zwischen 0,15 Gramm und 100 Kilogramm sowie mit einer Geschwindigkeit von ??ber 30 Kilometern in der Sekunde eingeschlagen waren. Daraus leiten die Forscher ab, dass die oberen acht Zentimeter des Mondbodens vollkommen trocken sind. Erst ab einer Masse von 0,15 Gramm k??nnen einschlagende Meteoriten tiefere Schichten freilegen.

Berechnungen ergaben, dass der Wassergehalt des Mondbodens in mehr als acht Zentimetern Tiefe bei bis zu 0,05 Prozent liegt. Die Forscher schlie??en daraus, dass der Mondboden pro Jahr bis zu 200 Tonnen Wasser durch Meteoriteneinschl??ge verliert. Um diese Verlustrate ??ber geologische Zeitr??ume aufrecht zu erhalten, m??sse das Wasser entweder von Beginn an relativ gleichm????ig im Mondboden vorhanden gewesen oder zumindest sehr fr??h auf den noch jungen Erdtrabanten gelangt sein.

Wasserspuren waren bereits vor zehn Jahren auf dem Mond entdeckt worden. Ihr Ursprung ist bislang aber nicht eindeutig gekl??rt. Unter anderem hatten die Raumsonden "Cassini", "Deep Impact", "Lunar Prospector" und "Chandrayaan-1" Hinweise auf eine Wasserfreisetzung geliefert. Mit der Sonde "Ladee" sei es nun gelungen, diesen Prozess zu beobachten, schreiben die Forscher. Zuvor waren andere Untersuchungen bereits auf gr????ere Wassereis-Ablagerungen in ewig finsteren Kratern an den Mondpolen gesto??en.

Im Video: Die Kraft des Trabanten

jki/dpa

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